Angela Merkel fordert offene Diskussionskultur in der eigenen Fraktion - DER SPIEGEL
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Angela Merkel fordert offene Diskussionskultur in der eigenen Fraktion

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Im innerparteilichen Führungsstreit der Union hat die CDU-Vorsitzende Angela Merkel Kritik aus der eigenen Fraktion scharf zurückgewiesen und eine offenere Diskussionskultur gefordert. Parteifreunde hatten Merkel vergangene Woche mangelnde Loyalität zu Fraktionschef Friedrich Merz vorgeworfen, weil sie sich von dem von ihm benutzten Begriff "deutsche Leitkultur" distanziert hatte. Diese Diskussion nehme sie "gar nicht erst an", sagte Merkel in einem Gespräch zum Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Wenn wir uns in der CDU inhaltlich weiterentwickeln wollen - und das müssen wir - dann darf nicht jede Nuance einer Meinung zu Personalfragen führen. So wie Friedrich Merz seine Meinung sagt, sage ich meine Meinung", so Merkel.

Typische deutsche Eigenschaften seien für sie Bodenständigkeit und Selbstzweifel: "Wir haben mehr als andere Länder Schwierigkeiten, nicht immer in Extreme zu verfallen." Die Parteivorsitzende forderte außerdem, bei Senkungen des Rentenniveaus auch die derzeitigen Rentner einzubeziehen. Der Geburtsjahrgang dürfe "bei der Ab-senkung des Rentenniveaus keine Rolle spielen. Das muss über alle Generationen gerecht aufgeteilt werden", so Merkel zum SPIEGEL.

Merkel verlangte zudem eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten mit Ausnahme des Sonntags. Es nütze nichts, "krampfhaft an Regelungen festzuhalten, von denen sich die Realität längst entfernt hat." Am sonntäglichen Ladenschluß will sie dagegen festhalten, da dies ein "Element unserer kulturellen Tradition" sei. (DER SPIEGEL 44/00, Seite 27)