Jürgen Trittin kritisiert EU-Kommissar Monti
Umweltminister Jürgen Trittin hat scharfe Kritik am EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti geübt. "Die EU will den Beitrag der erneuerbaren Energien bis 2010 verdoppeln", so Trittin in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, aber "Monti agiert nach dem Motto: Wir lassen die Instrumente, die die Energiewende erst möglich machen, nicht zu." Trittin forderte außerdem eine Initiative von Bundesregierung und Automobilkonzernen, den "Kauf verbrauchsarmer Autos zu unterstützen." Der grüne Umweltminister regte an, dass die Mehrkosten für spritsparende Fahrzeuge von Herstellern und Käufern gemeinsam übernommen werden. Die Industrie, so Trittin, "hält sich allerdings auffallend zurück."
Die Absicht der CDU, auch im Wahlkampf die Zuwanderung zu thematisieren, kritisierte Jürgen Trittin heftig. Er erinnerte an die "Kinder-statt-Inder Kampagne", mit der auch der designierte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer in Nordrhein-Westfahlen Erfahrungen gemacht habe. "Wer auf diese Art Wählerstimmen gewinnen will," erklärte Trittin, "der spielt nicht nur mit dem Feuer, der spielt mit dem Leben von Menschen." Der Bundesumweltminister warf dem Unions-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz vor, mit seinem Begriff der Leitkultur ein Vokabular verwendet zu haben, dass "originär national-revolutionäres Gedankengut" repräsentiere. (DER SPIEGEL 44/00, Seite 54)