Hans Eichel will mit Haushaltsüberschüssen Schulden abbauen und die Steuern weiter senken - DER SPIEGEL
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Hans Eichel will mit Haushaltsüberschüssen Schulden abbauen und die Steuern weiter senken

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Bundesfinanzminister Hans Eichel will nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL spätestens ab dem Jahr 2007 dauerhafte Überschüsse in allen öffentlichen Haushalten. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen sollten "in konjunkturell normalen Jahren angemessene Überschüsse von rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts" aufweisen, zitiert DER SPIEGEL aus einem internen Konzept des Finanzministeriums. Es umfasst 22 Seiten und trägt den Titel "Finanzpolitische Leitplanken". Eichel will das Konzept am 9. November im Rahmen einer finanzpolitischen Grundsatzrede an der Berliner Humboldt-Universität vorstellen.

Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, kündigt Eichel, der das Papier schon gebilligt habe, an, er werde den Bundesanteil des Überschusses nutzen, "um die Schulden des Bundes zu tilgen". Nur die sich daraus ergebenden Zinsersparnisse wolle er vor allem als Zukunftsinvestitionen für "Ausgaben in Bildung, Wissenschaft und Forschung" bereitstellen. Einen nicht näher bestimmten Anteil der Zinsersparnisse plant er aber auch für die Finanzierung einer weiteren Steuerreform ein. Die Bundesregierung werde "nach 2005 entstehende finanzpolitische Handlungsspielräume für weitere Steuersenkungen nutzen", heißt es in dem Papier weiter. Das Konzept kündigt zudem an, die Staatsquote, also den Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt, drastisch zu senken: "Die Staatsquote sollte mittelfristig auf ein Niveau in der Größenordnung von 40 Prozent gesenkt werden", heißt es. Als Begründung für die Maßnahme wird angeführt: "Damit schaffen wir Raum für mehr eigenverantwortliches Handeln der Bürger, ohne die soziale Verantwortung des Staates zu schwächen."

Zudem hat Eichel vor, die Subventionen drastisch zu reduzieren. Die Finanzhilfen des Bundes, die derzeit 4,2 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen, sollen bis 2004 fast halbiert werden, auf dann 2,5 Prozent. Die Einsparungen aus dieser Maßnahme summieren sich auf fast zehn Milliarden Mark jährlich.

Das Konzept aus dem Finanzministerium befasst sich auch mit der Sanierung der Rentenkassen. Arbeitsminister Walter Riester wird empfohlen, nicht nur die Ausgabenseite der Alterssicherung zu stabilisieren. Auch deren Einnahmeseite sei zu sichern "durch Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbsquote". Als Beispiele dafür führt das Papier die Verkürzung von Ausbildungszeiten und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit an. (DER SPIEGEL 44/00, Seite 168)