Ottmar Hitzfelds Interesse am Amt des Bundestrainers
Ottmar Hitzfeld, Trainer des FC Bayern München, hat in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL erstmals Interesse bekundet, das Amt des Bundestrainers zu übernehmen. "Wenn man als Vereinstrainer so viel erlebt hat wie ich, dann kann die Aufgabe als Nationaltrainer noch einmal eine ganz neue Herausforderung darstellen. Ich hätte nicht mehr 60 Spiele im Jahr, sondern vielleicht nur noch zehn. Aber jedes von diesen zehn Spielen ist ein entscheidendes Spiel. Ich wäre nicht mehr täglich mit Spielern zusammen, sondern nur noch sporadisch und müsste so arbeiten, dass alles auf den Punkt genau stimmt. Das wäre noch einmal eine ganz andere Aufgabe. Außerdem: Zehn Spiele im Jahr reichen, wenn man älter wird." so Hitzfeld zum SPIEGEL. Erstmals äußerte sich der Trainer des Deutschen Meisters auch zur Affäre um Christoph Daum. "Das Ausmaß dieser Lawine hat mich geschockt", so Hitzfeld. "Ein zweiter Schock kam mit dem Ergebnis der positiven Haaranalyse, es war ein Schock über Christoph Daum selbst; dass ein Mensch so sehr den Bezug zur Realität verlieren kann; dass er sich einer solchen Untersuchung stellt, obwohl er weiß: Sie kann auch positiv sein. Es war ein Schock darüber, wie sich ein Mensch, wahrscheinlich unter dem Einfluss von Drogen, von jeder Vernunft entfernen kann."
Hitzfeld fürchtet, dass "der Fall Daum andere Fälle nach sich ziehen" wird: "Ich befürchte, dass hier eine Grenze gefallen ist. Bis zum Fall Daum hatte die Privatsphäre immer noch einen gewissen Schutz. Jetzt sind wir noch gläserner geworden, als wie es vorher schon waren." (DER SPIEGEL 44/00, Seite 338)