Herkunft des Schweizer CDU-Vermögens weiterhin unklar
Neue Fragen wirft die Darstellung der hessischen CDU über die Herkunft ihres Schweizer Geheimvermögens auf. Recherchen des Vizevorsitzenden des Wiesbadener Untersuchungsausschusses, Norbert Schmitt, stellen erneut die Angaben des Landesvorsitzenden Roland Koch in Frage, wonach die 20,8 Millionen Mark, die Manfred Kanther 1983 ins Ausland schaffen ließ, weitgehend "Beitrags- und Spendengelder sowie Wahlkampferstattungen" gewesen seien; laut Koch hatte die Partei von 1976 bis 1983 "das Geld angespart". Die CDU-Rechenschaftsberichte für diese Zeit weisen Einnahmen von rund 80 Millionen Mark auf.
Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, kommt der SPD-Abgeordnete Schmitt nach Prüfung der Berichte zu dem Ergebnis, dass nur ein Fünftel der Summe dem CDU-Landesverband selber gehörte. Den größten Teil hätten Kreisverbände und andere CDU-Untergliederungen eingenommen. Für den Landesverband sei gerade genug Geld geblieben, "um die Kosten zu decken, da konnten keine Millionen gespart werden", so Finanzexperte Schmitt. Auch der ehemalige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep und der langjährige CDU-Generalbevollmächtigte Uwe Lüthje geben an, dass der versteckte Schatz auch aus Spendenwaschanlagen wie der Staatsbürgerlichen Vereinigung gespeist worden sei. (DER SPIEGEL 44/00, Panorama Deutschland)