Belgrad warnt vor Unabhängigkeit des Kosovo
Die Rückkehr der serbischen Vertriebenen in die Krisenprovinz Kosovo bleibt ein Hauptziel der neuen demokratischen Regierung Jugoslawiens unter ihrem Präsidenten Vojislav Kostunica. Jetzt müsse eine politische Lösung gefunden werden mit substanzieller Autonomie sowohl für die Serben wie für die Albaner im Kosovo, sagte Kostunica in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Dabei müssten auch die Absichten der anderen Nationen in dieser Region berücksichtigt werden, insbesondere die von Griechenland und Albanien.
Der Belgrader Präsident warnte vor einer Entwicklung, die den Kosovo zum Sprengsatz für die gesamte Balkan-Region machen könnte: Eine Unabhängigkeit des Kosovo würde eine Kettenreaktion auslösen. Sie würde nicht nur das Ende des Staates Mazedonien bedeuten, sondern auch neue große Probleme innerhalb Bosniens aufwerfen. Das sollte jeder wissen. (DER SPIEGEL 46/00, Seite 214)