Kolumbien will EU-Hilfe im Kampf gegen die Kokain-Mafia
Europas Hilfe hält der kolumbianische Präsident Andrés Pastrana für "entscheidend" bei seinem Bemühen, mit den Guerrilla-Verbänden in seinem Land zu einer Friedensvereinbarung zu gelangen. In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL äußerte Pastrana die Hoffnung, dass die Europäische Union ihren zugesagten Beitrag von 206 Millionen Dollar zu seinem insgesamt auf sieben Milliarden Dollar veranschlagten Aufbauplan für Kolumbien verdoppelt. Pastrana will so den Kleinbauern, die heute von Coca-Pflanzungen und dem Drogengeschäft leben, ein legales Einkommen sichern. Da die Kokain-Mafia inzwischen sowohl die Guerrilla als auch die Paramilitärs finanziere, werde die Militärhilfe der USA "nur zur Bekämpfung des Drogenhandels eingesetzt".
Pastrana sah sich gezwungen, seinen für kommende Woche geplanten Staatsbesuch in Deutschland abzusagen, weil die Guerrilla der Revolutionären Streitkräfte Farc am Mittwoch die Friedensverhandlungen mit der Regierung eingefroren hat. Nun will er mit den Oppositionsparteien eine "gemeinsame Front für den Frieden aufstellen". Die Guerrilla soll so ein klares Signal erhalten, dass der Friedensprozess, "nach 40 Jahren Krieg die einzige Alternative", von allen getragen wird. (DER SPIEGEL 47/00, Seite 220)