Bahn-Vorstand Horst Föhr unter Druck
Wegen des Verkaufs der zwei letzten Häuser der Stiftung Eisenbahnwaisenhort (EWH) gerät der Personalvorstand der Deutschen Bahn (DB), Horst Föhr, zunehmend unter Druck. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Föhr, so der Vorwurf aus EWH-Kreisen, habe dabei der Firma, bei der seine Frau beschäftigt ist, Vorteile verschafft. Föhrs Ehefrau ist Mitarbeiterin des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle, das vom EWH anstelle anderer Bewerber einen Alleinverkaufsauftrag und ein gut dotiertes, seit Monaten laufendes Beratungsmandat für die Objekte erhalten hatte. Bahnvorstand Föhr hatte dem EWH-Aufsichtsrat, dem er bis September angehörte, das Unternehmen empfohlen. Der Verkauf der geschätzt insgesamt sechs bis acht Millionen Mark teuren Häuser, mit dem ausgerechnet Martina Föhr befasst ist, dürfte Jones Lang LaSalle nach branchenüblichen Sätzen eine Provision im niedrigen sechsstelligen Bereich einbringen - und die zahlt, anders als üblich, die Stiftung: "Ein Kauf erfolgt für Sie provisionsfrei, da unsere Tätigkeit vom Verkäufer honoriert wird", schreibt Martina Föhr in einem Verkaufsexposé für das Haus in Zinnowitz. Föhr war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, die Bahn wollte den Vorgang nicht kommentieren. (DER SPIEGEL 47/00, Trends)