Niederlage für Max Strauß
Max Strauß, Sohn von Franz-Josef Strauß und Schlüsselfigur in der Affäre um den Geschäftsmann Karlheinz Schreiber, hat nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL vor dem Obergericht des Schweizer Kantons Nidwalden eine Niederlage erlitten: Einen Packen brisanter Auszüge eines St. Gallener Bankkontos könnten Schweizer Behörden Anfang 2001 an ihre Kollegen in Bayern schicken. Die Richter in Stans schmetterten die Beschwerde von Strauß gegen ein Rechtshilfeersuchen der Augsburger Staatsanwaltschaft ab. Die bayerischen Fahnder erwarten sich jetzt entscheidende Aufschlüsse über die Geschäfte zwischen Strauß und Schreiber. Max Strauß soll über das Rubrikkonto "Maxwell" in Zürich 5,2 Millionen Mark von Schreiber bekommen haben. Er bestreitet das. Bislang konnte ihm auch kein Zugriff auf die Millionen nachgewiesen werden.
Doch die Augsburger haben Hinweise, dass Teile des Maxwell-Geldes auf einem Konto der Firma Delta International Establishment beim Schweizerischen Bankverein in St. Gallen gelandet sind. Delta gehört dem Leuna-Lobbyisten und Strauß-Freund Dieter Holzer. Schreiber hat mittlerweile einen solchen Transfer vom Sommer 1994 bestätigt. Später soll Max Strauß von jenem Konto 400000 Mark geordert haben. Finden die Fahnder Belege für mehr derartige Transaktionen, glauben sie Strauß als "Maxwell" überführen zu können. Das Urteil aus Stans hat Strauß beim Schweizer Bundesgericht angefochten. (DER SPIEGEL 47/00, Panorama Deutschland)