Wenig Tierschutzarbeit beim DTHW - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wenig Tierschutzarbeit beim DTHW

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Beim Deutschen Tierhilfswerk (DTHW) fließt auch zwei Jahre nach der Verhaftung des früheren Vorsitzenden Wolfgang Ullrich, der mehr als 70 Millionen Mark veruntreut ha-ben soll, nur ein kleiner Teil der Spenden in konkrete Tierschutzprojekte. Der Verein, mit 280000 Mitgliedern eine der größten Organisationen der Branche, steckte nach eigenen Angaben "in den letzten zehn Monaten acht Millionen Mark in die direkte Tierschutzarbeit". Die eingehenden Gelder liegen jedoch im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches höher - ein Insider, der auf Spendenwerbung spezialisierte Unternehmer Harry Lermer, spricht von "über 40 Millionen Mark" im laufenden Jahr. Der neue DTHW-Vorstand nennt selber keine Summe und will jetzt "einen Bericht erstellen".

Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe schreibt, landet ein erheblicher Teil der Mitgliedsbeiträge in den Kassen professioneller Drücker, die seit vielen Jahren für den Verein tätig sind und auch im Management des DTHW Schlüsselpositionen einnehmen, etwa den Vorsitz im sechsköpfigen Beirat des Vereins. Laut Verträgen, die im März 1999 ausgefertigt wurden, kassieren die Werber-Firmen Service 94 in Hannover und Concept in Schönwalde bei Berlin von 1999 bis 2003 51,1 Millionen Mark als "Vergütung in Form eines Jahreswerbeetats". Der Verein ist nicht als gemeinnützig anerkannt. (DER SPIEGEL 47/00, Panorama Deutschland)