Telekom-Chef rechtfertigt Ausstieg aus der UMTS-Auktion in Frankreich
Telekom-Chef Ron Sommer hat seine überraschenden Absagen für die Teilnahme an den UMTS-Auktionen in Italien und Frankreich gegenüber dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL als sehr bewussten Schritt verteidigt: Wenn Sie die Wahl haben, in Frankreich oder Italien der Fünfte zu sein oder sich auf die USA zu fokussieren und mit einem Schlag 270 Millionen Amerikaner zu bekommen, ist doch klar, was Sie als Unternehmer machen, erklärte Sommer in einem Interview mit dem Blatt.
Im Zusammenhang mit den Personalquerelen bei T-Online bestritt Sommer, sich zu stark in die Geschäftspolitik der Internet-Tochter eingemischt zu haben. Sommer: Der einzigen Vorwurf, den ich mir mache, ist, dass ich nicht von Anfang an die richtige Führungsmannschaft bei T-Online eingesetz habe.
Wie Sommer weiter ausführte, sei die Telekom nicht mehr auf der Suche nach einem eigenen Multi-Media-Vorstand, der sich demnächst um die Beschaffung von Inhalten wie Filmen oder Nachrichten für die verschiedenen Konzerntöchter kümmern soll. Diese Aufgabe, so Sommer, solle vom künftigen T-Online-Chef übernommen werden. Der Telekom-Vorstand, versicherte der frühere Sony-Manager, ist komplett und wird auch den künftigen Holding-Vorstand bilden.
(DER SPIEGEL 48/00, Seite 116)