Rosskur für die Bahn, Personalbestand halbieren
Die Deutsche Bahn (DB) muß nach Analysen der Unternehmensberatung McKinsey ihren Personalbestand halbieren. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe. Im Jahr 2015 braucht die Bahn nur noch 120000 Mitarbeiter, so die vertrauliche Plausibilitätsprüfung der DB-Planungen durch die Consultants vom Anfang November. Derzeit beschäftigt das Staatsunternehmen rund 240000 Menschen nicht einmal halb so viel wie vor zehn Jahren. Schon bis 2005 sollen über 51000 Beschäftigte gehen. Dennoch könnten bis 2005 die Personalkosten pro Jahr um 2,5 bis 3 Prozent steigen und der Bahn ein kumuliertes Risiko von ca. 1,1 Milliarden Mark bescheren, fürchtet McKinsey. Insbesondere im umsatzstarken Regionalverkehr seien wettbewerbsfähige Tarifstrukturen, also Arbeitszeitverlängerungen und Regionalisierungen schwer durchsetzbar. Um kalkulierten Risiken möglichst gering zu halten, haben die Berater inzwischen ein ehrgeiziges Sanierungsprogramm mit 20 Projekten aufgesetzt. So sollen zum Beispiel allein im Einkauf künftig zwei bis drei Milliarden Mark jährlich gespart werden.
(DER SPIEGEL 48/00, Trends)