Nida-Rümelin fordert „Mozart-Pfennig“ zur Kunstförderung - DER SPIEGEL
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Nida-Rümelin fordert „Mozart-Pfennig“ zur Kunstförderung

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der designierte Kultur-Staatsminister Julian Nida-Rümelin möchte in seiner Amtszeit einen „Mozart-Pfennig“ zur Unterstützung zeitgenössischer Künstler einführen, der aus den Einnahmen für große Kunstereignisse bestritten werden könnte. In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL erklärte Nida-Rümelin, dass „schon viel erreicht“ wäre, wenn man „mit dem wirtschaftlichen Erfolg nicht mehr lebender Künstler die heute lebenden“ fördern könne – für derartige Vorhaben solle der Bund den „vorhandenen Rahmen seiner Gesetzeskompetenz“ in Kulturfragen besser ausschöpfen als bisher.

Nida-Rümelin, der darauf hofft, daß in Zukunft „die Aktivitäten des Bundes in der Kultur nicht als zentralistische Bedrohung verstanden werden“, sieht es auch als seine Aufgabe, für Grundwerte einzutreten: „Ohne gewisse gemeinsame Vorstellungen über Menschenwürde, Rücksichtnahme, Loyalität zu Institutionen und dergleichen kann eine Demokratie nicht funktionieren.“ Darum müsse man dem Zerfall der Öffentlichkeit in „Teilgesellschaften, die sich voneinander abgrenzen und nur daraus ihre Identität ableiten“, entgegenwirken. Ausdrücklich distanzierte er sich vom „Gedanken einer ,Leitkultur‘ als ethnisches Projekt der Deutschen“: „Es war schließlich mühsam genug, nach der NS-Zeit in Deutschland demokratische Werte wie Respekt und Rechtsstaatlichkeit einzuführen.“

(DER SPIEGEL 48/00, Seite 318)