Höhere Eintrittspreise für Berliner Opernhäuser?
Ohne Erhöhung der staatlichen Subventionen glaubt der Zürcher Intendant Alexander Pereira die drei Berliner Opernhäuser erhalten zu können. In einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL fordert Pereira, einer der erfolgreichsten Prinzipale Europas, vor allem von der Deutschen Staatsoper in Zukunft viel mehr Spieltage, intensivere Werbemaßnahmen und ein verstärktes Engagement zur Gewinnung von Sponsoren.
Gleichzeitig verlangt Pereira, der derzeit mit Kollegen einen Gegenentwurf zum umstrittenen Reformpapier von Kultursenator Christoph Stölzl erarbeitet, auch Opfer vom Publikum. Die heute noch gültigen, vergleichsweise niedrigen Eintrittspreise seien ein rührseliger Schwindel aus der Zeit vor der Wiedervereinigung, als die Berliner sich bei wohlfeiler Oper amüsieren sollten, um keinen Mauerkollaps zu kriegen. Demnächst müssten sich die Operngänger der Hauptstadt daran gewöhnen ob es ihnen passt oder nicht , dass ein Opernbesuch und die Wahl zwischen drei verschiedenen Häusern mehr kosten wird, als ihnen heute lieb ist.
(DER SPIEGEL 48/00, Seite 332)