Daimler-Chef Schrempp wehrt sich
Der DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp lehnt Forderungen von Investmentbanken und Aktionären ab, der Konzern solle sich von Chrysler trennen. "Wer das fordert, hat nicht zu Ende gedacht", sagte Schrempp dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Damit würde das Potenzial, das in unserer Positionierung als automobilem Weltunternehmen liegt, aufgegeben". Der Aufsichtsrat stehe "voll hinter unserer Strategie".
Chrysler hatte im dritten Quartal 2000 einen Verlust von über einer Milliarde Mark erwirtschaftet, wird aber nach Angaben des Konzernchefs im Gesamtjahr 2000 "positive Zahlen liefern". Der DaimlerChrysler-Konzern insgesamt werde "einschließlich Einmaleffekten einen operativen Ertrag von annähernd 20 Milliarden Mark erwirtschaften". Mercedes-Benz und die Nutzfahrzeuge würden in diesem Jahr nochmals an Gewinn zulegen.
Zu möglichen Entlassungen und Werksschließungen bei Chrysler sagte der Konzernvorsitzende: "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen." Vom neuen Chrysler-Chef Dieter Zetsche fordert Schrempp, er müsse erreichen, dass die Marke wieder "zu den hervorragenden Ergebnissen von 1998 und 1999 zurückkehrt".
Große Einsparungen erwartet Schrempp durch Gleichteile zwischen den einzelnen Marken des Konzerns. "Alleine auf der Komponentenseite, also bei Getrieben, Achsen, Motoren und elektronischen Bausteinen, können wir in den nächsten fünf, sechs Jahren etwa 40 Prozent der Komplexität reduzieren", sagte Schrempp dem SPIEGEL. "Das bringt Milliarden. Diese Schätze werden wir heben." (DER SPIEGEL 49/2000, Seite 122)