Schmiergeldprozess gegen Roland Ernst
Die ehemaligen Bahnmanager Alexander May und Horst Hadergasser haben nicht nur von dem Heidelberger Baulöwen Roland Ernst, sondern auch von dem westfälischen Bauunternehmer Werner Berkenkamp Schmiergelder kassiert. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. May, Hadergasser, Ernst und ein Makler aus dem hessischen Königstein stehen ab kommenden Montag in Bochum vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe, Bestechung, Erpressung oder Untreue teilweise in mehreren Fällen vor, schreibt DER SPIEGEL. Allein von Ernst sollen May und Hadergasser laut Anklage mehrere Millionen Mark erhalten haben, von Berkenkamp sollen es sechsstellige Beträge gewesen sein. Im Gegenzug habe Ernst über May und Hadergasser Aufträge für den Bau von einigen Großprojekten der Deutschen Bahn AG erhalten. Die treibende Kraft bei dem Schmiergeld-Geschäften sei der frühere Geschäftsführer der Deutschen Bahn Immobilien GmbH (DBImm) May gewesen. Die Angeklagten sind laut SPIEGEL weitgehend geständig. Die beiden ehemaligen Bahnfunktionäre haben, so DER SPIEGEL weiter, bereits rund fünf Millionen Mark ihrer Schmiergelder als Schadensersatz an die Deutsche Bahn AG überwiesen. Gegen die Zahlung von 500 000 Mark habe die Staatsanwaltschaft Bochum das Verfahren gegen Berkenkamp eingestellt. (DER SPIEGEL 49/2000, Seite 44)