EM.TV-Chef Haffa schließt Rücktritt nicht mehr aus - DER SPIEGEL
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EM.TV-Chef Haffa schließt Rücktritt nicht mehr aus

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der EM.TV-Gründer Thomas Haffa schließt einen Rücktritt als Vorstandschef nicht mehr aus. Falls es nicht gelänge, das Vertrauen von Analysten und Investoren zu gewinnen, „werde ich wohl über die Konsequenzen nachdenken müssen“, sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

In dem Gespräch erklärte Haffa, dass er im Laufe der vergangenen drei Jahre EM.TV-Aktien verkauft habe. Richtig sei auch, dass er in den ersten zwei Monaten dieses Jahres „ein kleines Paket von 200.000 Stück an einen strategischen, institutionellen Investor“ verkauft habe – zu einem Gesamtwert von rund 40 Millionen Mark.

Haffa bestätigte Überlegungen, dass die Firma Merchandising München aus der ProSieben/Sat.1 Media AG der Kirch-Gruppe herausgelöst und in die EM.TV verschmolzen werden soll: „Das würde ich als attraktiv empfinden.“ Kirch ist vor kurzem in die EM.TV eingestiegen.

Außerdem räumte Haffa dem SPIEGEL gegenüber ein, dass EM.TV beim Kauf von 50 Prozent der Formel 1 von zwei Finanzfirmen auch dem Rennsport-Patron Bernie Ecclestone persönlich eine Extra-Provision von 30 Millionen Dollar als „signing bonus“ gezahlt habe: „Wir hatten keine Wahl und mussten auch mit dem Trust der Ecclestone-Familie verhandeln. Natürlich kann man jetzt diskutieren, ob das zu teuer bezahlt war.“

Haffa gab zu, dass das Management von EM.TV Schwächen gezeigt habe: „Wir haben in der Phase der Akquisition den Fehler gemacht, dass wir operativ nicht so mitgehalten haben, wie es angesichts der Dimensionen unserer Investitionen nötig gewesen wäre.“

Wie DER SPIEGEL außerdem meldet, verlässt mit Ulrich Goebel ein weiterer Vorstand die Firma EM.TV. Goebel war für das Ressort Business Affairs zuständig, zu dem das Controlling gehört.