Ex-RTL-Chef Thoma warnt vor zuviel Quiz und „Big Brother“ - DER SPIEGEL
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Ex-RTL-Chef Thoma warnt vor zuviel Quiz und „Big Brother“

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Medienberater und frühere RTL-Chef Helmut Thoma warnt vor zuviel Quiz- und „Big Brother“-Formaten im Fernsehen. Das seien „Moden, und wie bei jeder Mode wird hemmungslos übertrieben“, sagte Thoma dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Er würde es beispielsweise für „problematisch“ halten, wenn Günther Jauch demnächst bei „Wer wird Millionär?“ auch sonntags zu sehen sein sollte.

In den nächsten Monaten würden „viele dieser neuen Formate wieder verschwinden“, prophezeit Thoma. Bei „Big Brother“ sei es ein Nachteil, dass der kleine Sender RTL 2 mit dem Format begonnen habe, und nicht die großen Privatsender RTL oder Sat 1. Sie „hätten die Entwicklung besser beherrschen können“. Nun aber komme es zu immer extremeren Reality-Shows: „Es muss im Container immer schärfer, immer tabu- loser zur Sache gehen – bis eben vor laufender Kamera zwei Nackte kopulieren.“

Außerdem fordert Thoma im SPIEGEL-Interview, dass die Privatsender „journalistisch besser“ werden und in ihren Nachrichtensendungen öfter mit politischen Themen aufmachen sollten. Es stehe für ihn außer Frage, so der Medienberater des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement, dass mittelfristig ARD und ZDF „in irgendeiner Weise fusionieren“ – und damit würden sich für die Privaten neue Chancen eröffnen.