Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Wirtschaft kommt nur langsam in Gang - DER SPIEGEL
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Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Wirtschaft kommt nur langsam in Gang

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Bundesverteidigungsministerium sorgt sich um das Gelingen der Bundeswehrreform. Die von Minister Rudolf Scharping seit einem Jahr propagierte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft kommt nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL nur schleppend in Gang. Projekte zur gemeinsamen Ausbildung von Fachpersonal wackeln, genau so wie der Plan, durch den Verkauf von Gebäuden, Gerät und Gelände bereits 2001 eine Milliarde Mark für den Kauf moderner Ausrüstung zu erwirtschaften.

Scharping wollte die Berufsausbildung für Zeitsoldaten – etwa als Elektro- oder Computertechniker – verbessern, um mehr Freiwillige zur Truppe zu locken. Aber der Aufbau gemeinsamer „Kompetenzzentren“, rügen beteiligte Firmen, komme wegen zu viel Bürokratie und mangels Finanzierung nicht voran. Auch die neue Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (GEBB), die ungenutzte Liegenschaften verkaufen und den Fahrzeugbestand rationalisieren soll, hat zu Scharpings Unmut bisher nur allgemeine Konzepte vorgelegt. Die GEBB hat zudem Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter aus der freien Wirtschaft abzuwerben.

Zwar verbreitete Scharping bei einer Konferenz mit rund 600 Wirtschaftsleuten am vergangenen Mittwoch in Berlin Zuversicht, aber hinter der Fassade machen Spitzenleute seines Ressorts laut SPIEGEL „wachsende Nervosität“ bei Scharping und dem Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat aus. Zudem wurden Entscheidungen über Kasernen-Schließungen verschoben: Eine Prüfung von 168 Kleinststandorten hatte ergeben, dass entgegen weit höheren Erwartungen aus militärischen Gründen nur ganze drei eingespart werden können. (DER SPIEGEL 51/2000, Panorama Deutschland)