Poker mit China um Transrapid
Die Verhandlungen zwischen Chinesen und Deutschen über den Bau der ersten kommerziellen Transrapidstrecke in Schanghai gestalten sich schwieriger als ursprünglich gedacht. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ist die Finanzierung der über 30 Kilometer langen Trasse noch offen. Außerdem konnten Probleme beim Patentrecht und beim Transfer von Know-how offenbar noch nicht aus dem Weg geräumt werden.
Die Chinesen erwarten, dass ihnen die Unternehmen Thyssen-Krupp und Siemens finanziell entgegenkommen. Die Kosten für die Magnetschwebebahn , warnte ein hoher Beamter des zuständigen Ministeriums für Wissenschaft und Technologie in Peking, dürften nicht viel höher ausfallen als für eine ICE-Hochgeschwindigkeitsbahn. Wenn man sich jetzt nicht über den Bau der Strecke einige, würden die Deutschen womöglich ihre Chancen für weitere lukrative Aufträge verspielen. Der Funktionär drohend zum SPIEGEL: Die Deutschen sollten langfristig denken. Die Chinesen haben ihren deutschen Partnern mittlerweile eine kurze Frist gesetzt: Sie bestehen darauf, dass der erste Transrapid am 1. Januar 2003 seine Fahrt aufnimmt. (DER SPIEGEL 51/2000, Panorama Ausland)