Thierse warnt vor Ende der Gauck-Behörde - DER SPIEGEL
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Thierse warnt vor Ende der Gauck-Behörde

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In der Auseinandersetzung zwischen Innenminister Otto Schily (SPD) und der Chefin der Gauck-Behörde, Marianne Birthler (Bündnis 90/Die Grünen), um die Herausgabe von Akten westdeutscher Spitzenpolitiker haben sich weitere führende ostdeutsche Sozialdemokraten hinter Birthler gestellt. "Wenn künftig mit zweierlei Maß zwischen ostdeutschen und westdeutschen Politikern gemessen und die Aufklärung der Stasi-Machenschaften beschnitten werden soll", so der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wolfgang Thierse im Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "dann sollte die Gauck-Behörde ehrlicherweise geschlossen werden."

Auch die aus Thüringen stammende stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Iris Gleicke, wendet sich gegen Schilys Vorstoß, die Herausgabe der Akten von West-Poli-tikern zu verhindern: "Es ist nicht nachzuvollziehen, was Schily bewegt. Schon jetzt ist der Eindruck einer ,Lex Wessi' entstanden." Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, hat der für den Aufbau Ost im Kanzleramt zuständige Staatsminister Rolf Schwanitz intern scharf vor einem Eingriff in die Unabhängigkeit der Gauck-Behörde gewarnt: "Das geht mit uns nicht. Das ist eine Identitätsfrage." (DER SPIEGEL 52/00, Seite 24)