Sony-Chef erteilt Bertelsmanns Musikplattform Napster eine Absage
Der Präsident des japanischen Elektronik- und Musikkonzerns Sony, Nobuyuki Idei, hat es abgelehnt, an der Musikplattform Napster teilzunehmen, in die kürzlich der Bertelsmann eingestiegen ist. Bertelsmanns Vereinbarung mit Napster wirkt leider nur wie eine Schmerztablette also kurzfristig, sagte Idei in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
Bertelsmann hatte die Konzerne der Musikindustrie eingeladen, Napster als Internet-Plattform für den Musikvertrieb zu nutzen, der künftig kostenpflichtig sein soll. Bislang haben Millionen Internet-Nutzer mit Hilfe von Napster Musiktitel illegal kopiert und damit das Geschäft der Musikindustrie bedroht. Idei sieht die Gefahr, dass die Internet-Nutzer nun zu anderen illegalen Musikanbietern wechseln. Es gibt jetzt schon Hunderte, die wie Napster arbeiten. Daher bedeutet Bertelsmanns Einstieg bei Napster nur einen kleinen Zeitgewinn, aber keine Lösung. (DER SPIEGEL 52/00, Seite 92)