Niederländisches Software-Unternehmen verunglimpft den Bundesadler
Die Bonner Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst hat nach einem Hinweis der Bundestagsverwaltung rechtliche Schritte gegen das niederländische Software-Unternehmen Davilex eingeleitet. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der kommenden Ausgabe. Die Firma vertreibt das Computerspiel Invasion Deutschland, bei dem der Spieler außerirdische Monster an deutschen Originalschauplätzen wie dem Kölner Dom oder dem Hamburger Rathaus erschießen muss. Zum Showdown kommt es dann im Plenarsaal des Bundestages: Zwischen Abgeordnetenbänken lauern Aliens, unter dem Bundesadler wartet der Endgegner Thor. Wird die Adlerfigur beschossen, zuckt das deutsche Wappentier und schreit laut Aua.
Wegen der stillosen Szene, so ein Sprecher der Bundestagsverwaltung, stellte die Verwertungsgesellschaft dem Software-Unternehmen vergangenen Montag eine formale Abmahnung und eine Unterlassungserklärung zu. In der wird die Firma bei Androhung einer Vertragsstrafe von 10100 Mark aufgefordert, das Computerspiel umgehend vom Markt zu nehmen. Begründung: Als urheberrechtlich geschütztes Werk dürfe der Adler nur vom Bundestag reproduziert und verwertet werden. Sollten sich die Niederländer weigern, droht ihnen ein kostspieliger Zivilprozess. Darüber hinaus werden Schadensersatzansprüche für alle bereits hergestellten Exemplare von Invasion Deutschland (Startauflage 50000 Stück) geltend gemacht.
Auch Fernsehmoderator Stefan Raab hatte bereits Ärger mit der fetten Henne: Nach Intervention der Verwertungsgesellschaft musste Raab den Wappenvogel im September vom Cover seiner Kanzler-CD Ho mir ma ne Flasche Bier entfernen. (DER SPIEGEL 52/00, Panorama Deutschland)