Volle Kassen im Finanzministerium
Im Jahr 2000 werden die Deutschen so viel Steuern zahlen wie noch nie zuvor. Vor allem die gute Konjunktur, der boomende Export und der Rückgang der Arbeitslosigkeit sorgen dafür, dass den Finanzämtern bis Ende Dezember nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL wohl über 860 Milliarden Mark zufließen werden. Allein in den ersten elf Monaten des Jahres, so zeigen Berechnungen der Bundesregierung, haben Bürger und Unternehmen bereits 728,8 Milliarden Mark an den Fiskus überwiesen rund 4,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Besonders kräftig fiel das Steuerplus des Bundes aus (5,3 Prozent), etwas weniger jenes der Länder (3,7 Prozent).
Für 2001 kalkuliert Bundesfinanzminister Hans Eichel allerdings wieder mit sinkenden Einnahmen: So kostet allein die erste Stufe der großen Steuerreform, die zum 1. Januar in Kraft tritt, den Fiskus rund 45 Milliarden Mark. Zudem erwarten die Forscher der Konjunkturinstitute, dass das Wirtschaftswachstum in den nächsten Monaten wieder nachlässt und damit auch die Geldflut in die Staatskassen. Erstes Alarmzeichen: Während etwa die Lohnsteuer zuletzt noch merklich zulegte, ging die Grunderwerbsteuer im November gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereits wieder deutlich zurück (minus 18,2 Prozent). (DER SPIEGEL 52/00, Trends)