Machtkampf in der PDS
In der PDS ist - laut einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL - ein Machtkampf zwischen der neuen Parteichefin Gabriele Zimmer und Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch ausgebrochen. Bartsch, der selbst auf den Parteivorsitz spekulierte, verwehrt nach Aussage von Mitgliedern des Bundesvorstandes Zimmer den Zugriff auf den knapp 50-köpfigen Apparat der Berliner Parteizentrale. Bartsch reklamiert auch die Zuständigkeit für den Bundestags-Wahlkampf 2002 für sich. Am vergangenen Freitag stellte Zimmer Bartsch zur Rede und verlangte die "politische Hoheit" über das Karl-Liebknecht-Haus. Zimmer wird von den stellvertretenden Parteivorsitzenden unterstützt, die ebenfalls darüber klagen, dass Bartsch den Apparat "wie sein persönliches Eigentum" behandeln würde.
Einer der Zankäpfel ist die Abteilung für Grundsatzfragen, deren strategischer Kopf, Thomas Falkner, bereits mit Kündigung drohte. Als Ursache für den Streit in der PDS-Spitze gilt die schwache Medienpräsenz der PDS seit dem Rückzug von Gregor Gysi und Lothar Bisky. Zimmer habe im Unterschied zu anderen Spitzengenossen, so ein Vorstandsmitglied, ihre Rolle noch nicht gefunden: "Dieter Dehm ist für den Westen zuständig, Petra Pau für Berlin, Peter Porsch für den Osten, Bartsch für den Apparat - für die Parteivorsitzende bleibt nichts übrig." Bartsch bestreitet den Machtkampf; räumt jedoch ein, dass "einige einen kalten Krieg um die Ressourcen der Parteizentrale führen". (DER SPIEGEL 2/01, Panorama Deutschland)