Neuer Sprecher des Finanzministers
Hans Eichel, Sparkommissar mit Hang zu etwas bunten Bindern, muss sich in Zukunft wieder weniger Gedanken über sein Outfit machen. Denn der Finanzminister (Motto: "Eine neue Krawatte erspart einen neuen Anzug.") will sich nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL als Nachfolger seines jetzigen Sprechers Torsten Albig, der zur Dresdner Bank wechseln möchte, jenen Mann ins Ministerium zurückholen, der ihn schon bis Ende 1999 als Spin-Doktor beriet: Klaus-Peter Schmidt-Deguelle, 50, einst Chefredakteur bei "Vox" und zuletzt freier PR-Berater mit Sitz in Berlin. Der Fernsehmann half Eichel in seinem ersten Jahr als Finanzminister nicht nur, mit griffigen Sprüchen das Sparpaket zu verkaufen ("Raus aus der Schuldenfalle"), er riet dem spröden Hessen auch zu etwas weniger auffälligen Krawatten - und dezenteren Anzügen.
Die Inszenierung kam an. Die Zeitschrift "Life & Style" präsentierte auf nüchternen Schwarz-Weiß-Fotos den "soliden Lifestyle" des Bundesfinanzministers: Anzüge von der Stange, Kaufhaus statt Brioni-Glamour. "Der sparsame Hesse", schrieb die Hochglanz-Postille, "hat nur drei Paar Schuhe. Keines teurer als 300 Mark." Nur zu dumm, dass jenes Motto, das Life & Style einst für den Finanzminister wählte, dem Vielflieger Eichel inzwischen abhanden gekommen ist: "Sparsamkeit als Stilelement".