Noch mehr Einsätze von radioaktiven Geschossen
Auch in Somalia haben US-Streitkräfte offenbar Uran-Munition verwendet. Eine vom Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL jetzt veröffentlichte Dienstanweisung für US-Truppen beim Einsatz 1993 warnt das medizinische Personal vor Opfern, "die in un-gewöhnlich großem Umfang abgereichertem Uran ausgesetzt gewesen sind". Für medizinische Tests und den Umgang mit solchen Proben wurden detaillierte Sicherheitsvorschriften erlassen. Weder die Uno noch die internationalen Friedenstruppen ge-schweige denn die heimische Bevölkerung erhielten Kenntnis von diesen Risiken. Auch in Deutschland wurden die giftigen und radioaktiven DU-Projektile entgegen anfänglichen Beteuerungen des Verteidigungsministeriums mindestens 17 Jahre lang getestet. Eine mysteriöse Notiz vom März 2000 auf einer Vorlage für den damaligen Staatssekretär Peter Wichert könnte den Verdacht begründen, dass die Bundeswehr weit mehr mit diesem Gefahrenmaterial zu tun gehabt hat, als bislang bekannt gewor-den ist. Das Ministerium ordnete eine umfassende Prüfung an.