Korb von Botho Strauß für den Regie-Gefährten Peter Stein - DER SPIEGEL
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Korb von Botho Strauß für den Regie-Gefährten Peter Stein

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nicht der derzeit in Berlin arbeitende Regisseur Peter Stein, sondern der Bochumer Intendant Matthias Hartmann, wird das jüngste Werk des Dramatikers Botho Strauß uraufführen. Das Stück mit dem Titel "Der Narr und seine Frau heute abend in Panco-media", so meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner aktuellen Aus-gabe, kommt Anfang April zuerst in Hartmanns Regie in Bochum heraus; Stein will dann noch im gleichen Monat mit einer Berliner Aufführung nachlegen. Das Erstnutzungsrecht an Strauß' jüngstem Werk, das mehr als 100 Rollen für 33 Darsteller um-fasst, war offenbar heftig umkämpft - erst vorvergangene Woche hatten viele Zeitun-gen vermeldet, Stein, seit den siebziger Jahren ein wichtiger Regie-Gefährte des Dramatikers, werde es in Berlin als erster zeigen.

Strauß aber entschied sich schließlich für Hartmann, der die Textvorlage für einen "großen Wurf" hält, sowie für "ein gnadenloses, wunderbar poetisches Gesell-schaftspanorama über die Liebe in den Zeiten der New Economy". "Der Narr und seine Frau" hat einen jungen Verleger zum Helden, der eine junge Autorin umgarnt und ihr glänzenden Starruhm verspricht, zugleich aber ums wirtschaftliche Überleben kämpft. "Ein charmanter Don Quichotte und ein windiger Bursche" sei die Hauptfigur, sagt Hartmann, das Stück aber erzähle nicht nur von Zeiten, "in denen fast täglich ein Verlag von einem größeren geschluckt wird", sondern es sei auch "ein Reigen komischer, sentimentaler, zum Teil befremdlich kühler Momentaufnahmen verlorener Menschen, die nach dem Absoluten suchen." Als Uraufführungstermin nennt der Intendant "den 6. oder 7. April". (DER SPIEGEL 4/01, Szene)