Rühe und Müller kritisieren die CDU-Führung
Vor der Präsidiumssitzung am kommenden Montag haben führende CDU-Politiker scharfe Kritik an ihrer eigenen Partei geübt. Durch die Vorstellung und Rücknahme eines Wahlplakats, das Bundeskanzler Schröder als Rentenbetrüger zeigt, sei "für die Union großer strategischer Schaden entstanden", sagte der stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Volker Rühe dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Damit wird die Debatte um die Rente überlagert und unsere Glaubwürdigkeit in der Auseinandersetzung mit Fischer und Trittin beschädigt", so Rühe.
Die Vorsitzende der Jungen Union und CDU-Präsidin Hildegard Müller verlangte als Konsequenz aus der Plakat-Panne eine Stärkung des Bundesvorstands. "Der Abstimmungsprozess muss verbessert werden. Der Bundesvorstand ist das einzige Gremium, in dem Vertreter von Partei, Fraktion und Ländern sitzen, dort müssen gemeinsame Entscheidungen getroffen werden", sagte Müller dem SPIEGEL. (DER SPIEGEL 5/01, Seite 22)