Mexiko setzt auf die EU
Der seit zwei Monaten amtierende Präsident von Mexiko, Vicente Fox, will wegen der Abschwächung der US-Ökonomie die Wirtschaftsbeziehungen mit der EU ausbauen. In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL zeigt sich Fox, der am Montag zu einem offiziellen Besuch in Deutschland eintrifft, überzeugt, dass "die europäische Wirtschaft anzieht". Deshalb werde er mit Investoren und Bankern aus der EU in den kommenden Wochen über Geschäftsmöglichkeiten in Mexiko reden - auch über die Öffnung des staatlichen Strommarktes und eine Beteiligung ausländischer Investoren am ebenfalls staatlichen Ölkonzern Pemex: "Zusammen könnten sie unsere Erdgasvorkommen ausbeuten."
Grundlage für die erhofften Wirtschaftsbeziehungen ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem mit einer Bevölkerung von 97 Millionen zweitgrößten Land Lateinamerikas. Fox verspricht, die dafür notwendige politische Stabilität zu garantieren: "Ich habe mich verpflichtet, Frieden zu schaffen." Den Konflikt mit den indianischen Rebellen im Bundesstaat Chiapas will er so schnell wie möglich beenden. Von George W. Bush, dem neuen Präsidenten des übermächtigen Nachbarn USA, erwartet der 58-jährige Fox langfristig eine Öffnung der Staatsgrenze: "Es ist für beide Seiten enorm wichtig, den Strom der mexikanischen Einwanderer zu legalisieren." (DER SPIEGEL 5/01, Seite 142)