Die Bilanzkosmetik der Bankgesellschaft Berlin
Mit einem Bilanztrick hat die Bankgesellschaft Berlin einen 1,5 Milliarden Mark Verlust kaschiert. Das schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe unter Berufung auf eine Vorstandsvorlage vom 7. November 2000. Dem Papier zufolge wurde bei der Immobilientochter IBG "für das Jahr 2000 ein negatives Ergebnis vor Steuern von ca. DM 1,5 Milliarden eingeplant."
Kernstück der Bilanzkosmetik ist die von der Bank gegründete und von nicht näher benannten Finanzinvestoren übernommene Aktiengesellschaft IBAG. Diese neue Gesellschaft kaufte von der alten IBG Immobilien-Engagements im Wert von 1,6 Milliarden Mark - und mit dem Erlös deckte die Bank die verlustbringenden Risiken in der noch immer bestehenden Immobilientochter IBG-alt.
Entsprechend der Vorlage verkaufte die Bank jedoch auch weitere Immobilien-Engagements aus nicht zur IBG gehörenden Konzerntöchtern. Insgesamt betrug der Kaufpreis deshalb zwei Milliarden Mark. Außerdem ließ sich die Bankgesellschaft, so schreibt der SPIEGEL unter Berufung auf das Papier, von der verkleinerten IBG-alt 310 Millionen Mark Eigenkapital zurückzahlen. Die Bank hofft, dass "nach diskreter Lösung der Hausaufgaben bei der IBG", so steht es in der Vorlage, ein Zusammenschluss mit der IBAG möglich ist.
Ein Banksprecher bestätigte, dass der Deal in wesentlichen Zügen entsprechend der Vorlage umgesetzt wurde. (DER SPIEGEL 5/01, Seite 110)