Weniger Deutsche, mehr Steuern
Wegen der schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland wird es in den kommenden Jahren zwangsläufig zu erheblichen Steuererhöhungen kommen. Das ist nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL das Ergebnis einer Expertise aus dem Bundesfinanzministerium. "So wirkt sich die sinkende Bevölkerungszahl unmittelbar aufkommensmindernd im Bereich der Verbrauchssteuern aus", heißt es in dem Bericht. Der Anteil der indirekten Steuern am Bruttoinlandsprodukt (BIP), also vor allem von Mehrwert- und Mineralölsteuer, werde von derzeit elf Prozent bis zum Jahr 2050 um 2,5 Prozentpunkte zurückgehen. "Es werden also in diesem Bereich immer wieder Steuererhöhungen notwendig werden." Auch bei den direkten Steuern, vor allem bei der Einkommensteuer und "im Bereich der Kapitalerträge" müsste sich der Staat mehr Geld holen. Automatisch steigen wird hingegen das Aufkommen aus der Lohnsteuer. Ihr Anteil von derzeit etwas über sechs Prozent am BIP wird sich fast verdoppeln, denn 2050 "befindet sich der Großteil der Betroffenen im Bereich des Spitzensteuersatzes". Die Expertise der Ministerialen basiert auf einem Gutachten des Münchner Ifo-Instituts, das die Entwicklung des Wirtschaftswachstums bei schrumpfender Bevölkerung vorausberechnet hat. (DER SPIEGEL 5/01, Trends)