Neuentwickeltes Sonarsystem der Marine kann Walen und Delfinen schaden
Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, haben bereits erste Erprobungen des Systems in deutschen Gewässern statt gefunden, obwohl die möglichen Auswirkungen auf die in der Nordsee heimischen Schweinswale noch weitgehend unerforscht sind.
Das von der amerikanischen Navy entwickelte "Low Frequency Active Sonar" (LFAS) schickt extrem laute Niederfrequenz-Schallwellen in die Meere und soll damit ermöglichen, selbst so gut wie lautlos dahingleitende Atom-U-Boote aufzuspüren. Art und Lautstärke der Schallwellen jedoch können für Wale und Delfine, die sich unter Wasser akustisch orientieren, nach Auskunft der Whale and Dolphin Conservation Society "gravierende Folgen" haben. "Einiges deutet daraufhin, dass Gehör und Gleichgewichtssinn der Tiere durch das LFAS beeinträchtigt werden", sagt auch der Walexperte Klaus Lucke vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in Büsum.
Veränderungen im Verhalten der Meeressäuger in der Nähe von LFA-Sonaren wurden von Forschern bereits beobachtet. Im Mittelmeer haben LFAS-Systeme mit großer Wahrscheinlichkeit in mindestens einem Fall die Strandung von Walen verursacht. Die US-Marine allerdings schätzt die potenziellen Folgen des neuen Sonars für den Be-stand der Meeressäuger als "minimal" ein. Das Verletzungsrisiko sei für die Bestandsentwicklung "vernachlässigbar".