Neues Polizeikonzept gegen Gewalt bei Castor-Transporten - DER SPIEGEL
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Neues Polizeikonzept gegen Gewalt bei Castor-Transporten

Auf Ablehnung bei der Polizei stößt der geplante Einsatz von vergitterten "mobilen Gewahrsamszellen", die das niedersächsische Innenministerium für gewalttätige Gegner der bevorstehenden Castor-Transporte vorgesehen hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL verfolgt die Polizei ein ganz anderes Konzept: Erstmals sind entlang der Transportstrecke des Atommülls 130 Beamte von Landespolizei und Bundesgrenzschutz (BGS) zur "Deeskalation" als eigens geschulte "Konfliktmanager" abgestellt. Dreiköpfige "Kreativteams" sollen gewalttätige Aus-schreitungen im Vorfeld verhindern.

Unterstützt wird die Friedenstruppe durch eine in der bundesdeutschen Polizeigeschichte einmalige Aufklärungskampagne im Wendland. Auf blauroten Plakaten und Handzetteln fordern Polizei und BGS: "Protest ja - Gewalt nein". In diese Strategie, so ein Einsatzsprecher, "passen keine vergitterten Verwahrkäfige". Ursprünglich wurden die 24 Quadratmeter großen Gefängniskäfige für die Weltausstellung Expo in Hannover angeschafft. Innenminister Heiner Bartling lässt jetzt prüfen, ob Gewalttäter wie schon bei Demonstrationen am Atomzwischenlager Ahaus statt dessen in Containern verwahrt werden können.