Dieter Holzers alte Schulden
Der Unternehmer, der bei der Privatisierung der ostdeutschen Raffinerie Leuna als Beauftragter des französischen Ölkonzerns Elf Provisionen in Höhe von rund 48 Millionen Mark kassierte, führt beim Saarbrücker Finanzgericht einen Prozess gegen das Finanzamt Sulzbach. Dort war noch eine Rechnung von Anfang der 90er Jahre offen. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe.
Als Holzer später Deutschland verließ, hatte er Steuerschulden von rund 250.000 Mark. Weil er behauptete, diesen Betrag nicht aufbringen zu können, halbierte das Finanzamt die Forderung. Aber der Bescheid stand unter Vorbehalt. Als die Finanzverwaltung durch die Medien erfuhr, Holzer sei vermögend, wurde die noch offene Steuerschuld in Höhe von etwa 120.000 Mark erneut eingefordert. Der Fiskus verlangt nun auch noch Säumniszuschläge von mehr als 200.000 Mark. Die will der wegen des Leuna-Skandals in Frankreich per Haftbefehl gesuchte Saarländer nicht zahlen und klagt deshalb beim Finanzgericht. Inzwischen prüfen die Finanzbehörden indes, ob der Unternehmer sein Vermögen im Saarland versteuern muss, da dort sein letzter Wohnsitz angegeben ist. Klaus Kleber, Holzers Steuerberater, wollte keine Erklärung abgeben. Er droht mit einer Strafanzeige wegen Preisgabe des Steuergeheimnisses.