Bayerns Minister Sinner will schärfere Kontrolle des Tiergesundheitsdienstes
Bayerns Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz, Eberhard Sinner, will zur Bekämpfung des Schweinemast-Skandals auch den Tiergesundheitsdienst (TGD) stärker kontrollieren. Er werde darauf achten, dass bei der mit staatlichen Geldern unterstützten Einrichtung "alles transparenter" werde, sagte Sinner dem Nachrichten-magazin DER SPIEGEL. "Wir sind das Auge des Verbrauchers, und das wird nicht zugedrückt."
Der Tiergesundheitsdienst soll Schweinemäster überprüfen, gleichzeitig betreuen dessen Tierärzte die Bestände der Landwirte aber auch medizinisch und verkaufen ihnen Arzneimittel. Diese Doppelrolle machen Kritiker mitverantwortlich für die mangelhafte Überwachung der Tierproduktion in Bayern. Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, gebe der TGD die Medikamente sehr preiswert an die Landwirte ab und fördere damit einen hohen Verbrauch. Der Präsident der Bundestierärztekammer Günter Pschorn bemängelte außerdem, dass der Tiergesundheitsdienst "äußerst großzügig bei Ausnahmeregelungen für Impfstoffe" sei.
Nach Informationen des SPIEGEL will die Arbeitsgemeinschaft leitender Veterinärbeamter im kommenden Monat Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Unter anderem soll es Landwirten gänzlich untersagt werden, auf dem Hof Medikamente unter die Futtermittel zu mischen. Bisher sei etwa die Umsetzung schärferer Kontrollen an Widerständen aus den Bundesländern gescheitert, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Heinrich Bottermann.
In Bayern hatte die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche eine zweite Festnahme im Zusammenhang mit dem Verdacht des Verkaufes großer Mengen von Tierarzneimitteln veranlasst. Nach Informationen des SPIEGEL handelt es sich bei dem Festgenommenen um Edlef K., einen ehemaligen Tierarzt, der wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist und die Approbation verloren hat.