Immer mehr Rechte drängen in die Bundeswehr
Die Bundeswehr wird immer deutlicher Traum-Arbeitgeber für Anhänger rechtsextremer Parteien, schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Laut einer Umfrage unter Jugendlichen, von der Hardthöhe beim Meinungsforschungsinstitut Sinus in Auftrag gegeben, neigen mittlerweile 16 Prozent der potenziellen Freiwilligen Parteien wie NPD, DVU und Republikanern zu, deutlich mehr als im Herbst 1999 (zwölf Prozent). Im Bundesdurchschnitt blieb der Anteil von Rechts-Sympathisanten unter jungen Männern dagegen konstant bei fünf Prozent. Drastisch wuchs der Zulauf zu den rechten Parteien in den östlichen Bundesländern, wo der Andrang von Bundeswehr-Freiwilligen wegen der Arbeitslosigkeit groß ist. Laut Umfrage sympathisieren im Osten elf Prozent (1999: zwei Prozent) aller männlichen Jugendlichen mit den Rechten.
Die Personalplaner im Verteidigungsministerium sind alarmiert. Um Neonazis von der Truppe fern zu halten, prüfen die Militärs nun den "Ausbau geeigneter Filtermaßnahmen". Dafür gibt es noch einen weiteren Grund: Laut der Erhebung verfügen die möglichen Bewerber aus dem rechten Lager "über das niedrigste Bildungsniveau" - niedriger als das jener Jugendlichen, die angaben, sie wollten lediglich den Grundwehrdienst leisten oder derjenigen, die den Kriegsdienst verweigern wollen.