Trittin schließt Schwarz-Grün nicht aus
Bundesumweltminister Jürgen Trittin hält schwarz-grüne Bündnisse auf Landesebene für "theoretisch wünschenswert". Inzwischen seien die Grünen "innerparteilich so geschlossen, dass wir das durchstehen würden." In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL erklärt Trittin, für ihn "belegen die Erfahrungen auf Kommunal- und Kreisebene, dass Bündnisse mit der CDU politisch nicht konfliktreicher sein müssen als mit der SPD." Für die Bundes- und Landesebene allerdings, betont Trittin, seien solche Koalitionen nicht möglich, solange die Union nicht darauf ver-zichte, mit fremdenfeindlichen Motiven Politik zu machen.
Die Debatte um Außenminister Joschka Fischer und die Frage, ob die Grünen ihren Vorzeigeminister überhaupt noch brauchen, nennt Trittin "einen plumpen Versuch, den Außenminister zu demontieren." Er wünsche sich auch in der nächsten Legisla-turperiode Fischer als Außenminister.
In Zusammenhang mit den erwarteten Demonstrationen gegen die Castor-Transporte kritisiert der Bundesumweltminister im SPIEGEL den niedersächsischen Ministerprä-sidenten Siegmar Gabriel. Trittin wirft Gabriel vor, sich "opportunistisch" zu verhalten. Hintergrund des Streits ist die Aussage Gabriels, ihn störe es nicht, wenn sich SPD-Mitglieder an den Protesten gegen Castor-Transporte beteiligten. Trittin hingegen hatte grüne Parteifreunde aufgerufen, nicht gegen die Castor-Transporte auf die Straße zu gehen. (DER SPIEGEL 10/01, Seite 26)