Verluste der Bahn geringer als erwartet
Die Verluste der Deutschen Bahn (DB) sollen bis 2005 nur halb so hoch ausfallen wie bisher befürchtet. Das schreibt das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Laut Beschlussvorlagen für den Aufsichtsrat sollen die Defizite mit 800 Millionen Mark (2001), 1,1 Milliarden (2002) und 400 Millionen insgesamt eine Summe von 2,3 Milliarden Mark nicht überschreiten. Noch im Dezember hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn Verluste von rund fünf Milliarden Mark erwartet.
Im Zusammenhang mit den revidierten Finanzplänen berichtet das Magazin zudem über Probleme bei der effektiven Kontrolle der Bahn. So habe der Bundesrechnungshof in einem geheimen Papier im Dezember gefordert, der Bund solle "über seine Vertreter im Aufsichtsrat umgehend zu einer wirksamen Kontrolle" der Bahner kommen. Insgesamt fehle der Regierung ein klares Konzept für die Bahn. Auch der DB-Kommunikationschef Dieter Hünerkoch, so DER SPIEGEL, bemängelte in einem Brief an den Vorstand "das Fehlen einer verbindlichen Gesamtstrategie". Die Bahn müsse "dringend nach Maßnahmen suchen, die uns positiv ausgelegt werden", so der Brief: "Wenn wir sie nicht haben, müssen wir sie erarbeiten. Im Moment dagegen hört sich alles nach Rückzug und Abbau an." (DER SPIEGEL 10/01, Seite 142)