Eichel bleibt sparsam - und optimistisch
Bundesfinanzminister Hans Eichel hat seine Partei und seine Ministerkollegen zu verstärkter Sparsamkeit aufgerufen. "Wer jetzt glaubt, die Spendierhosen kämen wieder in Mode, der irrt sich", sagte Eichel in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Diese altmodischen Teile mit den großen Taschen bleiben im Schrank." Sparsamkeit und Verlässlichkeit seien die Trends der nächsten Saison, erklärte der Finanzminister. Wichtigstes Ziel der Bundesregierung sei es, im Jahr 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Anders als die Wirtschaftsforschungsinstitute will Eichel seine Konjunkturprognosen nicht absenken: "Lassen wir die Kirche doch im Dorf und warten die Entwicklung ab. Es ist erst März", sagt der Minister. Selbst wenn das Wachstum am Jahresende bei nur zwei Prozent liege, sei das "immer noch mehr als wir im Durchschnitt der neunziger Jahre hatten."
Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet der Minister aber auch bei niedrigen Wachstumsraten nicht: "Es besteht kein Grund zur Hektik." Die Aufträge aus dem Ausland stiegen wieder an, und die Wirtschaft habe zuletzt an der Kapazitätsgrenze gearbeitet: Eichel erwartet deshalb "einen ordentlichen Zuwachs bei der Beschäftigung." (DER SPIEGEL 12/01, Seite 84)