Kanadier vernehmen Ex-Manager von MBB - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kanadier vernehmen Ex-Manager von MBB

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In wenigen Wochen werden Beamte der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) zu Vernehmungen nach Bayern reisen. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL haben die Kanadier brisante Fragen unter anderem an zwei Ex-Manager des früheren Rüstungskonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB), Kurt Pfleiderer und Hanns Arnt Vogels. Die RCMP geht seit langem dem Verdacht nach, dass bei dem Verkauf von MBB-Hubschraubern an die kanadische Küstenwache zwischen 1986 und 1993 Schmiergelder an Entscheidungsträger in Ottawa geflossen sind.

Der deutsch-kanadische Rüstungslobbyist Karlheinz Schreiber hatte erklärt, Provisionen für den Deal in Höhe von 1,2 Millionen kanadische Dollar seien an einen engen Vertrauten des früheren Premiers Brian Mulroney weitergeleitet worden. Der frühere Präsident von MBB-Kanada, Helge Wittholz, sagte in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE, hochrangige MBB-Manager hätten ihm damals gesagt, dass die CSU Gelder zur Unterstützung Mulroneys nach Kanada geschleust habe, die später wieder nach Bayern zurück fließen sollten.

Gegen MBB-Kanada (heute Eurocopter) läuft aufgrund der Provisionszahlung ein Verfahren wegen "Betrug am Steuerzahler und Vertragsverletzung". Der Vertrag zwischen den Kanadiern und MBB untersagte Provisionszahlungen für den Hubschrauberverkauf. Pfleiderer erklärte vor kurzem im kanadischen TV-Sender CBC, die RCMP-Beamten seien willkommen. "Wir werden ihnen alles sagen, wir haben kein Problem darüber zu reden." (DER SPIEGEL 12/01, Panorama Deutschland)