Bundeswehranzeigen im "Vorwärts"
Verteidigungsminister Rudolf Scharping lässt Anzeigen im SPD-Parteiblatt "Vorwärts" schalten und verstößt damit gegen Richtlinien seines Hauses - möglicherweise auch gegen das Parteiengesetz. Das Ministerium hatte im "Vorwärts" die Reklameseite "Verstärkung gesucht! Frauen in die Bundeswehr" geschaltet, Kosten: 29.500 Mark. Verblüffend: Die Vorschriften des Ministeriums fordern als Zielgruppen der Werbung "männliche und weibliche Jugendliche ab 14 Jahren". Das SPD-Blatt erreicht dagegen der "Allensbacher Werbeträger Analyse" zufolge zu 63 Prozent Männer, 58 Prozent der Leserschaft sind zwischen 30 und 59 Jahre alt. Neben dem "Vorwärts" schaltete das Ministerium die Anzeigen (Budget: 600.000 Mark) vor allem in Frauen-Zeitschriften wie "Maxi", "Allegra", "Amica", "Brigitte Young Miss" und "Freundin". Die CDU prüft jetzt, ob eine unerlaubte Parteienfinanzierung vorliegt. Das Ministerium sagte dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, es handle sich um eine "einmalige Aktion". (DER SPIEGEL 12/01, Panorama Deutschland)