Schutz für Trittin
Die Anführer der Parteilinken bei Bündnis 90/Die Grünen bereiten sich darauf vor, Umweltminister Jürgen Trittin gegen Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen zu schützen. Im Vorfeld der Landtagswahlen am vergangenen Sonntag organisierten die Bundesvorsitzende Claudia Roth, NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn und der NRW-Landesvorsitzende Frithjof Schmidt den Unterstützerkreis für den angeschlagenen Bundesminister. "Da kann sich Trittin auf alle verlassen", sagt Schmidt, der hinter Sturzgerüchten gezielte Manöver des Realo-Flügels wittert: "Wir sind bereit, Ärger zu machen, wenn sie es versuchen." Schmidt schwor die NRW-Mitglieder des Parteirates nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL vergangene Woche in Einzelgesprächen auf seine Linie ein. Das Trittin-Lager hat einen mächtigen Verbündeten: Fritz Kuhn, Grünen-Bundesvorsitzender vom Realo-Flügel, hat kein Interesse daran, jetzt einen neuen Bundesumweltminister aufzubauen. Bis zur Bundestagswahl 2002 steht der ehrgeizige Schwabe als Parteichef in der Pflicht. Parteiinterne Konkurrenten kalkulieren: Falls Trittin geschwächt im Amt bliebe, könnte Kuhn für sich die Option wahren, nach der Wahl selbst Bundesminister zu werden. (DER SPIEGEL 13/01, Panorama Deutschland)