Konjunkturflaute treibt Defizit in die Höhe
Die Abschwächung der Konjunktur gefährdet nach Berechnungen von Experten des Bundesfinanzministeriums das Stabilitätsversprechen, das die Bundesregierung für den Euro abgegeben hat. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. In seinem alljährlichen Bericht über die Haushaltsentwicklung in Deutschland habe Bundesfinanzminister Hans Eichel noch Ende vergangenen Jahres an die EU-Kommission gemeldet, Bund, Länder, Gemeinden und staatliche Sozialversicherungen würden 2001 ein Defizit von nur anderthalb Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweisen.
Diese optimistische Zahl sei nicht mehr zu halten, wenn die Wachstumsaussichten von derzeit 2,75 Prozent wie allgemein erwartet nach unten revidiert werden müssten. Sinke das Plus auf 2,25 Prozent, falle das gesamtstaatliche Defizit schon um zehn bis zwölf Milliarden Mark höher aus, heißt es laut SPIEGEL in einem internen Ministeriums-Papier. Die Defizitquote steige dann um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte. Wachse die Wirtschaft nur um zwei Prozent, steige der Fehlbetrag in den öffentlichen Haushalten gar um 14 bis 16 Milliarden Mark. Die Defizitquote klettere dann auf 2,1 Prozent, schreibt DER SPIEGEL weiter. Damit würde Deutschland im europäischen Vergleich mit am schlechtesten abschneiden. (DER SPIEGEL 14/2001, Trends)