Wie die Allianz die Übernahme der Dresdner Bank finanzieren will
Die Allianz will die Übernahme der Dresdner Bank nach Möglichkeit nur durch die Entflechtung ihrer Bank- und Versicherungsbeteiligungen finanzieren. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe.
So will die Versicherung einen 4,9-prozentigen Anteil an der Münchener Rück verkaufen. Mit den daraus erlösbaren sechs Milliarden Mark will der Konzern einen Teil des Barangebotes für die Bankaktionäre aufbringen. Auch weitere Beteiligungen stehen zur Disposition, schreibt DER SPIEGEL unter Berufung auf Banker, die in die Verhandlungen einbezogen sind. Obendrein erwirbt die Allianz durch den Kauf der Dresdner Bank auch zehn Prozent ihrer eigenen Aktien - die sie, als weiteren Bestandteil des Kaufpreises, den Dresdner-Bank-Eignern anbieten wird.
Durch den 20-prozentigen Kursanstieg der Dresdner Bank in der vergangenen Woche muss die Versicherung nun möglicherweise aber doch auf finanzielle Reserven zurückgreifen. Eine Kapitalerhöhung aber wird es definitiv nicht geben. "Unsere Aktionäre werden nicht zur Kasse gebeten", bestimmte Paul Achleitner dem SPIEGEL zufolge.
Achleitner will dem Konzern neben dem Filialnetz der Dresdner Bank auch einen elektronischen Vertriebsweg sichern und sich über die SchmidtBank an der Direktbank Consors beteiligen oder zumindest eine enge Vertriebskooperation vereinbaren, schreibt DER SPIEGEL. Die SchmidtBank hält fast 70 Prozent der Consors-Anteile. Ein der Privatbank nahestehender Manager bestätigte die Gespräche und sagte dem Magazin: "Theoretisch macht das alles sehr viel Sinn." (DER SPIEGEL 14/2001, Seite 100)