Eltern mit schulpflichtigen Kindern haben nichts vom erhöhten Kindergeld - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Eltern mit schulpflichtigen Kindern haben nichts vom erhöhten Kindergeld

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Entgegen Forderungen von Sozialpolitikern der Regierungskoalition, das Kindergeld im nächsten Jahr um 30 Mark zu erhöhen, plant das Finanzministerium nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL auch in neuesten Entwürfen eine Anhebung von nur 10 Mark auf dann 280 Mark. Die ebenfalls für 2002 angekündigten Anhebungen des Kinderfreibetrages und des Betreuungsfreibetrages wollen die Beamten von Minister Hans Eichel (SPD) zudem auf Kosten von Eltern mit Kindern in der Ausbildung verwirklichen: Nach den Planungen soll der Kinderfreibetrag, so DER SPIEGEL, von derzeit 6912 Mark zwar auf 7128 Mark steigen, der zusätzlich gewährte Betreuungsfreibetrag - künftig: Freibetrag für Betreuung und Erziehung - sogar von 3024 auf 4212 Mark.

Doch von der Aufstockung in Höhe von insgesamt 1404 Mark haben Eltern mit schulpflichtigen oder studierenden Kindern nichts, im Gegenteil: Sie zahlen drauf. Denn ihnen wird der Ausbildungsfreibetrag gestrichen. Der beträgt für Kinder über 18 Jahre, die noch zu Hause wohnen, 2400 Mark, für Kinder mit eigener Bleibe 4200 Mark. Nach Berechnungen der Finanzbeamten verlieren diese Eltern je nach Steuersatz zwischen 500 und 1000 Mark im Jahr. Kleiner Hoffnungsschimmer: Brandenburgs SPD-Bildungsminister Steffen Reiche fordert in einem Thesenpapier für die SPD-Bildungsminister, statt Kindergelderhöhung über 300 Mark die Elternbeiträge für Kindertagesstätten schrittweise abzuschaffen. (DER SPIEGEL, Panorama Deutschland)