Spenden-Plus dank Castor
Nach der Drohung einiger Innen- und Finanzminister, wegen der kostspieligen Blockade von Atommülltransporten nach Gorleben Umweltorganisationen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, erhalten Vereine wie Greenpeace und Robin Wood jetzt nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL besonders viele Zuwendungen und Zulauf. "Wir haben ein höheres Spendenaufkommen", sagt Robin-Wood-Chefin Djoeke Lueken, deren Verein mit 1700 Mitgliedern jährlich rund 1,5 Millionen Mark Spenden verbucht. Auch bei Greenpeace (Spendenetat: 68 Millionen Mark) haben die Castor-Proteste laut Sprecher Fouad Hamdan zwar "einige Austritte, aber ebenso viele Neumitglieder und weitere Zuwendungen" gebracht. Weder gegen die vier Robin-Wood-Aktivisten, die sich im Gleisbett einbetonierten, noch gegen die Umweltvereine lagen bis Freitag vergangener Woche Strafanzeigen vor. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts können Sitzblockaden nicht als Nötigung bestraft werden. Bei dem Straftatbestand "gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr", so die Robin-Wood-Anwälte, sei "nicht Leib und Leben" Dritter gefährdet worden. Bremens Finanzsenator Hartmut Perschau (CDU) will derweil erneut vom zuständigen Finanzamt Bremen-Mitte "intensiv" prüfen lassen, ob sich die Öko-Kämpfer im "Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung" bewegten und weiterhin als "gemeinnützig" gelten können.