Staatsanwaltschaft will 12 Millionen Mark NS-Opfergelder beschlagnahmen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Staatsanwaltschaft will 12 Millionen Mark NS-Opfergelder beschlagnahmen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Staatsanwaltschaft Hannover will im Zusammenhang mit den Ermittlungen um 86 Millionen Mark verschwundener NS-Opfergelder 12 Millionen Mark beschlagnahmen. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe berichtet, hat die Justiz entsprechende Beschlüsse gegen zwei Deutsche und zwei Osteuropäer erwirkt. Derzeit werde versucht, deren Vermögen sicherzustellen.

Die Arrestierungen stünden im Zusammenhang mit dem im vergangenen Oktober in Hannover verhafteten früheren ukrainischen Bankdirektor Wiktor Scherditzki. Dieser steht im Verdacht, 86 Millionen Mark aus einem NS-Entschädigungsfonds veruntreut zu haben. 1993 hatte die Bundesregierung der Ukraine insgesamt 400 Millionen Mark für die Entschädigung der rund 650.000 NS-Opfer zur Verfügung gestellt.

Die vier sollen Scherditzki bei der Veruntreuung der Gelder geholfen haben. Deshalb ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Geldwäsche. Wie DER SPIEGEL weiter berichtet, hat die Ukraine die Auslieferung Scherditzkis beantragt. Da ihm aber hier der Prozess gemacht werden solle, sei die Auslieferung unwahrscheinlich.