Finnlands Präsidentin Halonen gegen Nato-Osterweiterung
Die finnische Staatspräsidentin Tarija Halonen hat sich kritisch zum beabsichtigten Nato-Beitritt der baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen geäußert. "Finnland kann die baltischen Nato-Interessen nicht in gleicher Weise unterstützen wie deren EU-Integration", erklärte die Präsidentin in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
Natürlich sei jedes unabhängige Land frei in seinen Entscheidungen. Aber "Sicherheit und Stabilität in Europa müssen in einem größeren Rahmen gesehen werden", meint das Staatsoberhaupt: "Dazu brauchen wir Russland."
Der Westen sei auf gute Beziehungen zu Moskau angewiesen, um zum Beispiel auch gemeinsame Umweltprobleme zu lösen oder die Energieversorgung mit Erdgas aus Sibirien sicherzustellen. Deshalb dürfe Europa "nicht nur Erwartungen formulieren", sondern müsse auch "ein Stück weit auf die Regierung in Moskau zugehen".
Zugleich appellierte Halonen an die EU, eine stärkere Führungsrolle zu entwickeln. "Europa muss den Willen und die Bereitschaft zeigen, international mehr Verantwortung zu übernehmen", so die Staatschefin. Amerika habe sein Möglichstes getan: "Jetzt ist es an der Zeit, einen frischen Spieler ins Spiel zu bringen."