Berlin sorgt sich um amerikanische Weltraumpläne
Mit zunehmender Sorge verfolgt das Berliner Kanzleramt nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL Pläne der US-Regierung zur Aufrüstung des Weltraums. Die Amerikaner wollen 2005 eine neue Generation von Spionagesatelliten installieren, die in der Lage sein sollen, rund um den Globus Gegenstände bis zur Größe eines Tennisballs abzulichten und zu verfolgen. Das Programm (Arbeitstitel: Future Imagery Architecture) kostet 25 Milliarden Dollar und ist bei den Geheimdiensten angesiedelt. Zudem wollen die USA so genannte Killersatelliten installieren, die mehr als 50 Satellitensysteme der U. S. Air Force sowie kommerzielle Satelliten vor feindlichen Angriffen schützen sollen.
Entsprechend der schon 1999 verabschiedeten Pentagon-Directive 3100.10 streben die USA damit die eindeutige Überlegenheit im Weltraum an. Im Vergleich zu diesen kostspieligen Plänen sei das umstrittene Raketenabwehrsystem MD ein billiger Witz, heißt es im Kanzleramt. Das neue System werde den USA zu einem uneinholbaren Vorsprung in der Weltraumtechnologie verhelfen. Deshalb müsse sich die EU schnell dazu positionieren.